Der längste See

Die Donau ist der zweitlängste Fluss Europas. Das weiß jedes Kind. Na ja, fast jedes Kind. Nach unserer Erfahrungen jedoch ist die Donau, zumindest zwischen Passau (Bild oben)im Freistaat Bayern und Ybbs in Österreich, eher eine Kette von langestreckten Seen. Unterbrochen von Staumauern. Diesen Eindruck hatten wir auf unserer rund 160 Kilometer langen, fünf heiße Tage und einen Gewittertag dauernden Tour. 

Aber - wir haben diesen unangenehmen Donauabschnitt freiwillig und im vollen Bewusstsein unserer geistigen und sonstigen Kräfte gewählt. Als Test sozusagen für Ausrüstung und Kanadier sowie unsere Leidensfähigkeit, weil wir irgendwann von Ulm bis zum Schwarzen Meer paddeln wollen.

Unser 17,6 kg leichtes. 5,65 Meter langes Swift Carbon-Innegra Canoe, eine Keewaydin 18,6, hat mit einer "römisch I" bestanden. Boot und Ausrüstung waren 125 kg schwer. Über das nicht unerhebliche Gewicht der Besatzung wird höflich-nachsichtiges Schweigen bewahrt. Dennoch - das Canoe war hervorragend leicht zu paddeln, lag sehr ruhig auf dem Wasser und ließ sich, wenn nötig (etwas gekantet), gut drehen. Selbst gegen Wind mit rund 3 Beaufort und knackig-kurzen Wellen konnte das 18,6er gut und sicher auf Kurs gehalten werden. Ein großes Lob dem Konstrukteur David Jost. 

Weniger lustvoll waren die euphemistisch als Portagen bezeichneten Umtragungen der Kraftwerke. Die waren echte Schwerarbeit. Rutschige Rampen und die schaumgefüllten Räder des Bootswagens machten uns das Leben schwer. Denn die Last des Kanus samt Ausrüstung drückte die Reifen bis an die Felgen zusammen. Der Rollwiderstand war unmenschlich.

Besonderer Dank gebührt in diesem Zusammenhang einem rührigen Mitglied des Eisenbahner Kajak und Rudervereins Linz auf dessen Gelände wir unser Zelt gegen einen Kostenbeitrag von 9 € pro Person aufbauen durften. Dusche inbegriffen. Der hilfreiche Paddler führte uns sogar mit seinem Auto durch halb Linz zu einem Bauhaus, wo wir luftgefüllte Reifen für unseren Bootswagen erstanden.

 

Proviant: Hatten wir viel zu viel mitgenommen. Sicherheitshalber bunkerten wir Speis und Trank für vier Tage. Das war von Passau bis Ybbs nicht notwendig. Es gab überall fußläufig Gaststätten.

Bis auf einen einzigen Fall waren alle Menschen, die wir auf unserer Paddeltour getroffen haben, sehr freundlich. Man half uns das Kanu, noch mit Schaumstoffrädern ausgerüstet, zu ziehen, man brachte uns auf dem Nibelungen-Campingplatz einen guten Veltliner samt Kühlung und Gläsern zum Zelt und der Präsident eines oö. Rudervereines portagierte uns und unser Kanu mit seinem Privatauto um das Kraftwerk Ottensheim-Wilhering herum. Ein Gewittertag und ein darauf folgender Schlechtwetter-Einbruch ließ uns dann unseren Törn etwas abrupt abbrechen. Aber - wir kommen wieder - das ist ganz gewiss.

 

Hilfreiche Literatur:

Kanuführer-Donau, Flußwandern.at

Wassersportkarte Österreich mit Donau ( Passau bis Bratislava -www.juebermann.de)

Kurztest PakCanoe 165

Eigentlich wollten wir das PakCanoe 170 testen. Leider war es am vergangenen Samstag am Putterer-See in der Steiermark nicht anwesend. Daher paddelten wir das 165er Canoe von Pakboats, das uns das Outdoor-Shop Fliegfix aus Aigen im Ennstal zur Verfügung stellte. Wir haben außerdem den Ally 18 und das Swift Keewaydin 18.6 Canoe gepaddelt. Damit haben wir die Suche nach einem Expeditions-Canadier, die wir im Herbst des vergangenen Jahres begonnen haben, fortgesetzt.

Hier der erste Bericht:

Suche nach Expeditions-Canadier wird heuer wieder fortgesetzt

Die im vergangenen Jahr begonnene Suche nach einem großen Canadier für die lange Fahrt geht weiter. Ein paar Favoriten haben wir schon ausgemacht.Von den Hartschalen-Canadiern stehen ein schöner grüner Atkinson Traveller und ein Swift Keewaydin 18.6 in der engeren Auswahl. Tests von Faltcanadiern der Marke Ally und PakCanoe finden demnächst statt. Noch ist das Rennen um das am besten geeignete Canoe nicht zu Ende. 

Hier ein Atkinson Traveller auf Probefahrt.

Hier der Keewaydin 18,6, der noch auf einen ausführlichen Test wartet.

Suche nach Expeditions-Canadier in Potsdam 2018

Ja es ist wahr: Potsdam ist eine Reise wert. In der 170.000- Einwohner-Stadt nahe Berlin waren nicht nur die preußischen Könige zu Hause, da wohnt auch Andre Rießler, Eigentümer der Kanu-Manufaktur Holzstoff. 

 

Rießler hat eine ganze Reihe von Wood-Canvas-Canadiern in seinem Programm. Und in seinem Garten vor seiner Werkstatt eine Sammlung historischer Canadier, die er irgendwann einmal restaurieren will. 

Uns interessierte allerdings vor allem der Guide 18, der größte seiner Flotte.

Fazit des Kanutests in der geschichtsträchtigen Stadt der Preußen- Herrscher: Das Retro-Boot lässt sich flott paddeln, dreht trotz seiner Länge von 5,50 m und 98 cm Breite recht gut und ist ungeheuer stabil. Mit rund 40 kg ist es nicht besonders leicht.

Die schwedischen Kanubauer Bo Weslin und Christian Olsen sind für die Form des Potsdamer Guide verantwortlich. Sie orientierten sich dabei an den von E.M.White gebauten Guide und den Atkinson Traveler von Rollin Thurlows.

 

P.S: Potsdam ist wirklich eine Reise wert. Auch ohne dort ein Kanu zu testen. Und auch dann, wenn die Lufttemperatur nach einem Sonnentag in den Minusbereich fällt und sich die historischen Gebäude dieser Stadt im nebeligen Nieselregen weichgezeichnet präsentieren.

Das Neue Palais. Unter Friedrich II. in nur sechs Jahren  1769 vollendet.

Das Wirtschaftsgebäude des Neuen Palais. Hier wurde königlich gekocht. Heute wird es von der Universität Potsdam benutzt.

Das Potsdamer Belvedere: Sanssouci (Ohne Sorgen). 1747 gebaut. Nur Männer wurden dort von Friedrich dem Großen empfangen.

Das Schloss Cecilienhof. Dort einigten sich Russland, England und die USA nach Ende des 2.Welkrieges im August 1945 auf die Aufteilung Europas.

Expeditions-Canadier gesucht 1

*Welches Kanu ist am besten für die "lange Fahrt" geeignet? *Welches Kanu kann für eine wochenlange Tour genügend   Gepäck aufnehmen?

*Welches Kanu kann sowohl auf einem Fluss als auch auf   einem mehr oder weniger stehenden Gewässer gut, sicher und flott gepaddelt werden?

Fragen, die gar nicht so leicht zu beantworten sind, außer - man geht ein wenig in die Vergangenheit Nordamerikas. In eine Zeit, in der Voyageure und Guides mit Canoes (wie´s im Englischen und Französischen heißt ) professionell unterwegs waren.

Aber wo findet man solche Retro-Canoes?

In Kärnten zum Beispiel, am Klopeinersee in der Werkstatt des ehemaligen Maschinenbau-Ingenieurs Detlef Dücker. Dessen Berufung ist es, Canoes aus Holz nach alten bewährten Konstruktionen herzustellen.

 

Detlef Dücker baut nach Lust und Laune gelegentlich Holzleistenboote und Wood-Canvas-Canoes. Hier bei einer Form für einen Wood-Canvas-Klassiker. Sein Lieblingsmodell  ist das 5,63 Meter lange White Guide Kanu, ein echtes Lastenschiff für Profis, das bereits im Jahr 1885 zum ersten mal in Old Town in Main, USA, gebaut worden ist. Dücker hat in seiner Werkstatt "par Coeur"  bisher drei White Guides für sich und Freunde produziert. Dücker macht nämlich trotz seines Könnens keinen Beruf aus dem Bootsbau. Er baut Canoes aus Freude an der Freud`.

Ein wahres Kunstwerk, dieser White Guide mit Sitzflächen aus  dem berühmten Wiener Geflecht. Auch an Thonet-Sesseln zu finden. Stellt sich nun die Frage, wie sich diese Holzkunstwerke auf dem Wasser benehmen.

 

Man muss den White Guide mit ein paar kräftigen Paddelschlägen in Fahrt bringen. Dann aber zieht er leichtfüßig wie ein Wasserläufer dahin. Unbeladen - also mit nur zwei Paddlern an Bord - reagiert das Canoe bei Gewichtsver- lagerung sensibel. Fährt man es jedoch solo und im Canadian Style, liegt es völlig ruhig auf dem Wasser. Dank der enormen sekundären Stabilität kann man das Canoe nur mit viel Anstrengung krängen, also aufkanten. Es völlig zum Kentern zu bringen, ist fast unmöglich.

Und ja, man kann in dem Kanu auch stehen und staken. Zumindest wenn man Detlef Dücker heißt.

Wie elegant und spielerisch sich der White Guide bewegen lässt, kann man aus dem kurzen Video erahnen.

Herbstzeit ist Paddelzeit

Wenn der Indian-Summer auch in Europa Einzug hält und die beinahe unerträgliche Hitze des Hochsommers vorbei ist, beginnt die schönste Paddelzeit. Der einzige Wermutstropfen: Der Wasserstand ist selbst auf der Schütt (Szigetköz) sehr bescheiden. Da heißt es: Das Kanu muss an die Leine, auch wenn es kein Hund ist. 

Warme Neoprensocken helfen beim Waten im 15 Grad C warmen Wasser recht gut. Eine Stakstange anstelle eines Paddels wäre allerdings recht brauchbar. Nun - es gibt sicher noch Gelegenheit zum "Stangln".

Diese gestrandete Fähre treffen wir Jahr für Jahr an einer anderen Stelle. Sie ist irgendwie ein Sinnbild unserer Touren - wohin uns die Strömung treibt - dort ist es gut. Auch wenn wir mit Muskelkraft ein wenig nachhelfen.

Dort, wo Straßenschilder auf drei Beinen im  stehen

Grado gehörte in den ersten April Tagen noch den Italienern, die Lagune jedoch den kühnen Paddlerinnen der Austrian Open Canoe Vereinigung, die zum Beginn der neuen Paddelsaison unbedingt Geruch und Geschmack des Salzwassers kosteten wollten.

Nur Tandempaddler hießen Wolfgang Hölbling sowie Katrin und Kud - das Organisations-Trio vom AOC - willkommen und von diesen nur diejenigen, die Mum und Muckies genug hatten, um aufs offene Meer zu streben.

Eine Mini-Abordnung des Kanuvereins Leitha Auen war dabei.  Und diese fand heraus: Schlamm gibt's nicht nur am Leitha-Ufer sondern auch in der ganzen schönen Grado Lagune. Ja - und Speis und Trank präsentierten sich durchaus den Land entsprechend, nämlich : sehr italienisch, sehr gut. 

 

Nun - die Paddlerinnen hatten das Glück der Tüchtigen. Kein Wind und keine nennenswerten Wellen. Nur ein wenig Gegenströmung den Isonzo hinauf. Auch die Wassertiefe bereitete keine Probleme. Man hielt sich brav an die Wegweiser. 29 km lang. Ganz schön knackig für den Saisonanfang.

Aber - Ende gut, Alles gut.

NEU: Kanutraining für Anfänger und Fortgeschrittene

 

siehe: TERMINE

Genuss-Paddeln im Schnee

Wenn die Bekleidung der Temperatur angepasst ist und auch sonst alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden, um das Vergnügen nicht zum lebensgefährlichen Fiasko werden zu lassen, dann macht auch ein Paddel-Ausflug im Winter Spaß. Besonders dann, wenn auch das Auge durch die schneebedeckte Natur erfreut wird.

Winterzeit ist nicht Paddel-Stop

Bevor sich die Natur zur Winterruhe begibt erfreut sie uns noch mit prächtigen Farben und bisweilen auch mit mildem Wetter. Dort, wo die Leitha in die Mosoni Donau fließt, ist eine Fahrt mit einem der Kanus unserer ungarischen Freunde ein besonderer Genuß. 

 

Hier kommt ihr direkt zu Informationen über unsere geführten Touren: 

 

Geführte Touren

Slow Rafting

Der Verein hat  große robuste Raftingboote erstanden. Wer sich in Kanus nicht ganz sicher fühlt, dem können wir die wunderschöne Natur auch vom komfortablen Schlauchboot aus zeigen. Slow-Rafting für Leitha-Genießer ist angesagt. Hier ein paar neue Impressionen: 

Für Kinder sind unsere Soft-Rafting-Ausflüge auf der Leitha besonders zu empfehlen.

Durch Klein-Amazonien auf der ungarischen Schütt bei Dunakiliti

Mit dem Wetter konnten wir es an diesem Wochenende (So,25. September 2016) nicht besser haben. Lufttemperatur knapp über 20 Grad, Wassertemperatur erträgliche 18 Grad und Wind: gar keiner. Rund vier Stunden dauerte die Tour, die wir mit Christiane und Günter Kolar (Hagebau Neusiedl a. See) sowie deren Mitarbeitern bei Dunakiliti auf den Donauarmen der Schütt bewältigten. Da machte es auch nichts aus, als zwei übermütige und ein ausgerutschter Paddler eine Ganz-Körper-Waschung provozierten. Spätestens nach dem zweiten Bier in der Sari Csarda (Dunakiliti), war die Kleidung wieder trocken.

Zwei Kanus, eine Pferdekutsche u. 32 km gegen den Strom paddeln

Oder: wie fühlt sich das an, 100 Meter vor dem Anlanden von der Gewalt der Strömung des Hochwassers auf der Szkigetköz besiegt zu werden. Und kurz vor dem Lagerplatz in Dunaremente auf die falsche Seite des Donauarmes getrieben zu werden.

Ehrlich - man ist froh dass der Kampf gegen das Hochwasser - zumindest für diesen einen Tag - vorbei ist. Noch dazu dort,  Wunder geschehen manchmal, wo eine leere Pferdekutsche auf dem Damm steht. Hoch sollen sie leben, die zwei Pferde der ungarischen Rasse Nonius, die ohne nervös zu werden die Kanu-Ungeheuer hinter sich duldeten.

Die zwei Kanadier waren jedenfalls schnell aufgeladen. Die erschöpften Paddler auch. Dann ging es die letzten 100 Meter mit zwei Pferdestärken zum Lagerplatz. Unsere ungarischen Partner haben den Ausstieg auf der richtigen Seite gegen die wirklich heftige Strömung dank ihrer Muckis und natürlich auch Technik geschafft. 

 

Man benötigt nicht immer eine Kutsche zum Kanutransport.

Das erste Bier ist rasch getrunken und die Zelte sind etwas weniger rasch aufgestellt. 

Da sucht einer Heringe an Land.

Zwiebel und Räucherspeck am frisch geschnitzten Spieß. Die Kraftnahrung für ungarische Outdoor-Spezialisten.

Das Lagerfeuer ist von unseren geschickten ungarischen Freunden bereits entfacht. Die ersten Spieße braten in der Hölle, Wein und Bier stehen reichlich auf den roh gezimmerten Tischen und Bänken. Das Fest kann beginnen.

Rückblick: Die Tour hatte am Samstag in Dunakiliti auf dem Vadviz-Camping-Platz verdächtig geruhsam begonnen. Bela Varga, unser Guide und Organisator, hatte für den Transport von Gepäck und Kanus über nur 300 Meter sogar Fahrzeuge organisiert. Wir mussten lediglich unsere Taschen ins Kanu schlichten und dann die Donau genießen.

26 bequeme Kilometer die Donau abwärts - aber dann ging es los. Harte Strömung bis zu einem Damm, denselben übertragen und dann weiter gegen die Strömung paddeln, knapp am Ufer entlang. Jede, aber wirklich jede, kleinste Gegenströmung musste ausgenutzt werden. Und immer wieder Portagen.  Gepäck ausladen, schleppen, Gepäck wieder einladen bis zum frühen Abend.

 

Jeder hatte so sein Pinkerl zu tragen oder das Kanu am Schnürl (ich weiß, das heißt Painter) durch Furten und über überschwemmte Straßen zu ziehen.

Am späten Nachmittag am Sonntag dann endlich anlanden auf dem Vadviz Campingplatz. Ein Bier, zwei Bier, wer zählt schon mit. Anerkennende Blicke von ungarischen Paddlern. Was, Ihr habt mit Bela eine Tour gemacht? Man muss wissen: Bela paddelt bei so jedem Kanu-Marathon mit, der in Ungarn und Umgebung veranstaltet wird. Auch wenn der Wettbewerb 175 km lang ist. Jetzt wissen wir das auch.

Wir sind jedenfalls an zwei Tagen insgesamt 62 km gepaddelt. 26 km stromabwärts und 36 km stromaufwärts. Das hat uns unser Guide Bela Varga, der die Tour mit einem GPS dokumentiert hat, einen Tag später mitgeteilt.